So steigern Sie nachhaltig die Motivation Ihrer Mitarbeiter

Führung. Was bedeutet es überhaupt, richtig zu führen? Und vor allem: Wie geht das? Gibt es Kurse dafür, in welchem man bestimmte Techniken erlernen kann? Oder muss man das einfach von Natur aus „können“?

Welchen Führungsstil nehme ich und von wem habe ich diesen gelernt – oder habe ich mir diesen selber beigebracht? Und die wichtigste Frage zum Schluss: Gibt es überhaupt ein „richtiges“ und ein „falsches“ Führen?

Ich möchte Ihnen mit diesem Blogpost eine Sichtweise – meine Sichtweise – der Führung mitgeben. In den vielen Jahren als Führungskraft habe ich enorm viele Fehler gemacht, die, wie ich finde, auch nicht schlimm sind, denn es sind Lernerfahrungen. Und von der einen oder anderen Lernerfahrung möchte ich Ihnen in diesem Artikel berichten.

Was sind denn Fehler überhaupt?

Fehler sind nichts anderes als Lernerfahrungen. Darin verbringt sich die Erkenntnis, gewisse Dinge in Zukunft besser oder anders zu machen. Denn wir sind alle Menschen, mit all unseren Stärken und Schwächen. Doch seien wir mal ehrlich: Als Führungskraft Schwäche zeigen oder womöglich Fehler oder Fehleinschätzungen zugeben – das geht gar nicht, oder? Denn: Wie stehe ich denn da, vor meinen Mitarbeitern?!

Aber gerade das macht das „Chefsein“ aus. Sie sind nicht nur Chef, sondern auch Mensch – und als Mensch dürfen Sie auch mal zugeben, nicht der Allwissende zu sein. Nicht derjenige zu sein, der für alles eine Lösung hat. Auch das ist menschlich. Und: Es sie nahbar, denn es macht Sie sympathisch.

Mitarbeiter verlassen nicht Ihr Unternehmen, sondern Ihre Führungskraft

Sobald wir es mit Menschen zu tun haben, sollten wir uns immer überlegen, wie wir in gewissen Situationen selbst behandelt werden möchten. Genauso sollten wir auch mit unserem Gegenüber umgehen.

Wie bereits erwähnt, habe ich als Führungskraft sehr viele Lernerfahrungen gehabt – Dinge, die ich mit heutigem Wissen definitiv anders machen würde. Stellen Sie sich doch einmal folgende Frage:

Wieviel Zeit nehmen Sie sich für Ihre Mitarbeiter in der Woche oder am Tag?

Vermutlich wenig – Sie als Chef haben ja keine Zeit, oder?

Aber: Haben Sie wirklich keine Zeit? Oder können Sie nur nichts abgeben, weil andere Prioritäten ihre Aufmerksamkeit erfordern? Oder möchten Sie nicht die Kontrolle über Ihr Zeitmanagement verlieren? Vielleicht fehlt Ihnen ja auch die (erlernbare!) Fähigkeit zu delegieren oder ein gutes Zeitmanagement aufzubauen. Vielleicht scheitert es aber auch an den strukturellen und organisatorischen Stellen Ihres Unternehmens, beispielsweise dort, wo Prozesse und klare Abläufe fehlen.

Ob die gewählten Beispiele auf Sie zutreffen, das können nur Sie beantworten. Was ich aber jetzt schon sagen kann, ist Folgendes: Ihre Mitarbeiter sind auf Ihre Wertschätzung und Aufmerksamkeit angewiesen, um nachhaltig erfolgreich zu sein und hoher Motivation ihr Tageswerk bewältigen zu können.

Meiner Ansicht nach gibt es nichts Wichtigeres in einem Unternehmen als die Menschen, die darin ein- und ausgehen. Sei es als Kunde, als Mitarbeiter, als Praktikant, als Leiter eines Bereichs – völlig egal. Denn: Menschen in beide Richtungen sind Ihr Kapital, Ihre Ertragsquelle – wenn Sie so wollen: das Huhn, welches goldene Eier legt. Würden Sie dieses schlachten? Vermutlich nicht.

Ein Mitarbeiter, der Ihr Unternehmen verlässt, hat im Regelfall sechs Monate vorher innerlich gekündigt. Die Gründe sind nicht immer Geld, wie viele vermuten würden. Nein, es sind zwischenmenschliche Blockaden, die aufgebaut wurden. Und genau dort können Sie ansetzen – und präventiv vorgehen.

Wie entstehen Blockaden, die Mitarbeiter zum Kündigen bringen?

Zwischenmenschliche Blockaden entstehen überwiegend durch mangelnde Kommunikation und fehlende Wertschätzung. Im Grunde handelt es sich um Kleinigkeiten und Lappalien, die durch einfache Kommunikation im Vorfeld gelöst werden können. Da sie aber vernachlässigt werden, bauen sie sich bis zu einem Show-Down auf. Wenn es soweit ist, dann ist es im Regelfall schon zu spät zum Eingreifen.

Der eine oder andere Chef ist dann völlig verdutzt, dass der Mitarbeiter kündigt und versucht diesen Mitarbeiter mit Geld zu erhalten. Manchmal funktioniert das. Aber spätestens dann, wenn sich die Situation an sich nicht ändert, bleibt es nur eine Frage der Zeit, bis dieser Mitarbeiter erneut den Entschluss trifft zu gehen. Geld spielt dann in den meisten Fällen auch keine Rolle mehr.

Denn durch Geld wird das Problem als solches nur auf einen späteren Zeitpunkt verlagert und nicht nachhaltig gelöst. Hier hilft nur eines: Ein anderer Umgang mit den Mitarbeitern, um langfristig ein gefestigtes Team zu schaffen.

Aber wie sollen Sie das machen? Sie haben ja keine Zeit!

Sehen Sie jetzt, wie wichtig es ist, sich Zeit für Ihre Mitarbeiter zu nehmen?! Für die Menschen, die täglich alles geben, damit Ihr Unternehmen erfolgreich ist? Es ist zu empfehlen, die Menschlichkeit, die in Ihnen steckt, in allen Abteilungen spürbar zu zeigen. Von der Führungskraft bis hin zum kleinsten Mitarbeiter, alle sind gleichermaßen wertvoll und wichtig, jeder auf seine eigene, persönliche Art.

Tipp: Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mitarbeiter! Mir ist bewusst, dass Sie einen straffen Terminkalender haben. Jedoch ist es von enormer Wichtigkeit, dass Sie sich für die Belange Ihrer Mitarbeiter interessieren und das über den Unternehmenskontext hinaus.

Was können Sie nun tun, um Ihre Mitarbeiter zu motivieren? Ganz einfach: Geben Sie Anerkennung. Menschen möchten anerkannt, wertgeschätzt und wahrgenommen werden. Sie möchten gelobt werden für ihre Arbeit und ihren Einsatz. Und scheinbar ist Lob eine wahre Rarität in unserem Land. Die Plattform „Kraftwerk Anerkennung“ befragte im Zeitraum von Oktober 2013 bis Januar 2014 Arbeitnehmer in Deutschland und Österreich, wie wertgeschätzt diese sich in ihrem Unternehmen fühlen.*

Die Ergebnisse:

  • 60 Prozent erhalten Lob nur einmal im Monat oder seltener
  • Im Schnitt liegen 75 Tage zwischen zwei positiven Rückmeldungen
  • 81 Prozent der Vorgesetzten sind der Meinung, häufig Lob und Anerkennung auszusprechen
  • 67 Prozent der Arbeitnehmer ohne Führungsposition sind der Meinung, selten oder nie Anerkennung zu erhalten
  • 60 Prozent der Befragten bewerten die Anerkennungsfähigkeit ihres Vorgesetzten mit der Schulnote 3
  • 9 von 10 Befragten wünschen sich mehr Anerkennung

Das sind alarmierende Zahlen, oder? Doch wie können wir diese Statistik positiv beeinflussen oder sogar komplett ändern? Indem wir aktiv werden – und zwar sofort.

Was Sie ab sofort tun sollten, um ein besserer Chef zu sein

  • Seien Sie nahbar. Zeigen Sie auch mal Ihre menschliche Seite, bauen Sie Sympathie auf.
  • Seien Sie ehrlich. Wenn Sie schon loben – dann bitte ernstgemeintes Lob! Denn die Mitarbeiter merken ganz schnell, ob Sie es ernst meinen oder nicht.
  • Seien Sie unbedingt authentisch in Ihrem Handeln und Sein. Bauen Sie keine „perfekte“ Mauer um sich herum auf, nur um Schwächen zu verbergen und autoritär zu wirken.
  • Machen Sie Fehler! Fehler machen Sie sympathisch. Auch der Chef darf sich mal irren!
  • Begeben Sie sich mit Ihren Mitarbeitern auf Augenhöhe – und das in jeder Abteilung. Niemand möchte herablassend behandelt werden, auch, wenn er eine untergeordnete Position innehat.
  • Seien Sie sich Ihrer Vorbildfunktion bewusst. Das, was Sie sagen, hat Gewicht. Ihre Aussagen wiegen mehr als die Aussagen Ihrer Kollegen. Meist ist es extrem schwierig, das Gesagte wieder zurückzunehmen – also wählen Sie Ihre Worte weise aus.

Management-Grundsätze zur Orientierung

Mir persönlich hilft es nach wie vor, bestimmte Grundsätze im Kopf zu behalten, an denen ich mein Verhalten als Führungskraft messe. Sie können sich diese sechs Grundsätze einprägen, um sich auch in stressigen Situationen für das „Richtige“ zu entscheiden:

  1. Resultate erkennen, wertschätzen und loben
  2. einen effektiven Beitrag zum Ganzen leisten
  3. auf das Wesentliche konzentrieren
  4. einen Einsatz zeigen, der Stärken fördert
  5. positive Haltung bewahren
  6. Vertrauen aufbauen

Diese einfachen Prinzipien sind bei richtiger Anwendung hocheffizient. Gerade in Problemsituationen ist eine kurze Analyse der Situation nach den Prinzipien des Managements extrem hilfreich und kann unterstützend auf die richtige Entscheidung einwirken.

Zusammenfassung

Lassen Sie uns in allen Bereichen unseres Lebens wieder menschlicher werden.

Lassen Sie uns die Menschen wieder wahrnehmen, so wie sie sind, mit all ihren Stärken und Schwächen, denn gerade das macht uns aus – gerade das ist das Besondere in unserer Welt, die Einzigartigkeit und Vielfältigkeit.

Viel Erfolg weiterhin,
Ihr Michael Danell


Zum Autor:

Michael Danell unterstützt als Unternehmensberater zahlreiche Automobilhändler bei der Optimierung ihres Unternehmens. Seine Schwerpunkten sind unter anderem Verkaufstraining und Unternehmensentwicklung. Dabei bringt er seine langjährige Erfahrung (u.a. als Geschäftsführer einer Autohaus-Gruppe, als Vertriebsleiter sowie als Manager bei diversen Fahrzeugmarken) und zahlreiche Zertifizierungen in seine Arbeit ein.

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